Vorwort
Düsseldorf ist eine Kunststadt ersten Ranges. Die zweite Quadriennale festigt diese Position und kommuniziert die Standortqualitäten über die Landesgrenze hinaus.
Das Thema der diesjährigen Quadriennale lautet: „Kunstgegenwärtig“. Im Fokus stehen die Kunstströmungen, die in den letzten 50 Jahren von Düsseldorf ausgegangen sind und bis in die Gegenwart hinein international Widerhall finden. Die Ausstellungen der Quadriennale spüren die- sem Wirken nach und setzen es in Bezug zum aktuellen Kunstschaffen.
Die Galerienlandschaft war und bleibt ein wichtiger Motor für das Düsseldorfer Kunstgesche- hen. Wo neue Talente entdeckt und gefördert werden, wird der Anspruch, „Kunstgegenwärtig“ zu sein, stetig aktualisiert. In diesem Sinne ist die Beteiligung der Galerien am Quadriennale-Pro- gramm ein Bekenntnis zur Kunststadt Düsseldorf, über das ich mich sehr freue.
Die „deutschlandpremieren“ stellen den Ruf der Düsseldorfer Galerien als Foren einer lebendigen Kunstszene erneut eindrucksvoll unter Beweis. Entdecken Sie beeindruckende Begabungen!
Allen Kunstfreunden wünsche ich spannende Begegnungen, allen Galeristen gute Ergebnisse!
Ihr Hans-Georg Lohe
Kulturdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf
deutschlandpremieren in 30 Düsseldorfer Galerien
„deutschlandpremieren“ ist Titel und Programm des Ausstellungsbeitrags von 30 Düsseldorfer Galerien zur Quadriennale 2010. Während in den Museen historische Positionen ausgestellt sind, haben sich die Galeristen ihrem Selbstverständnis entsprechend, neueste Tendenzen der interna- tionalen Kunst aufzuspüren, für ein in die Zukunft weisendes Projekt entschieden. Anlässlich der „deutschlandpremieren“ werden in den Düsseldorfer Galerien im September 2010 Künstler und Künstlerinnen gezeigt, die hier nun erstmals in Deutschland vorgestellt werden.
Bis heute verdankt die Kunststadt Düsseldorf ihre internationale Ausstrahlung herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, deren Biografien auf die eine oder andere Weise mit der hiesigen Kunstakademie eng verbunden sind. Im Rückblick wird aber auch die Bedeutung der Galerien vor Ort als weitere wesentliche Plattform für diese Künstler und die internatio- nale Nachkriegs-Avantgarde deutlich.
1957 eröffnete Jean-Pierre Wilhelm in Düsseldorf seine legendäre Galerie 22 mit einer Ausstellung deutschen und französischen Informels. Die Ga- lerie 22 wurde zur Anlaufstelle für bedeutende durchreisende Maler, Musiker, Literaten und Genies bisher unbekannter Kunstgattungen. Im selben Jahr begann Alfred Schmela seine Gale- rietätigkeit. Er zeigte früh neben internationaler Avantgarde die Künstler der ZERO-Gruppe, Gerhard Richter und Joseph Beuys, dessen Aktionen „wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“ am 26. November 1965 dort stattfand. Das Gespür für außergewöhnliche künstlerische Positio- nen begleitete ihn bis zu seinem Tod im Jahr 1980. Einigen dieser Künstler sind während der Quadriennale 2010 Museumsschauen gewid- met. Konrad Lueg stellte 1964 bei Schmela aus, ehe er als Konrad Fischer (bis zu seinem Tod im Jahr 1996) mit seiner Frau Dorothee in Düssel- dorf eine der bis heute weltweit einflussreichsten Galerien für Minimal Art und Konzeptkunst grün- dete, die nach wie vor auch jüngste Positionen zeigt. Die Kunstwelt ist seitdem größer und wei- ter geworden und „deutschlandpremieren“ spie- gelt diese Entwicklung wieder. Die Galeristen laden das Publikum der Quadriennale 2010 ein, die Werke von 30 Künstlern aus 18 Ländern zu entdecken.
Helga Weckop-Conrads Galerie Conrads